Markus Döll und Eva Urbank gehören zu den gefragtesten Kunstrestauratoren Europas. Ihr Spezialgebiet ist die Restaurierung von Holz- und Leinwandobjekten.

Sei es in Kirchen, Museen, Schlössern oder der Privatsammlung. Zudem begleiten sie Ausstellungen und beraten Galeristen zur besten Lagerung von Kunstwerken. Über die Herausforderungen und die Freude an ihrer Arbeit  haben die beiden exklusiv mit uns gesprochen.

Ein vielfältiges Tätigkeitsfeld

Ihre Arbeit beginnt oft mit einer genauen Voruntersuchung im Atelier, bei der die Schadensphänomene identifiziert und das Material, manchmal auch die Holzarten, labortechnisch untersucht werden. Die Herausforderungen: Manche besonderen Holzarten gibt es nicht mehr. Sie sind beispielsweise geschützt oder schlicht nicht mehr erhältlich. Und dennoch muss das Team an das Material gelangen, um entsprechende Proben durchzuführen, bevor sie sich dem Original widmen. Hier greifen Eva Urbank und Markus Döll daher auf ein großes Netzwerk an Museen, Experten und Sammler zurück. Nicht selten habe man daher schon nicht mehr auffindbare Holzsorten aus Asservatenkammern holen lassen. „Da ist jedes Projekt spannend und voller neuer Herausforderungen“, sagt Markus Döll. Doch vor allem ist er eins: zeitintensiv. Manchmal dauert es viele Monate von der ersten Untersuchung bis zur Fertigstellung. Proben müssen genau untersucht werden, Materialien bestimmt und Techniken besprochen werden. Am Ende steht die feine und vorsichtige Bearbeitung des Originals. Sei es eine Skulptur, ein Gemälde oder eine Malerei auf Stoff als Wandbespannung. Wichtig zu betonen ist den beiden dabei, dass es sich um eine Restaurierung handelt und um keinen Eingriff in das Werk. Das bedeutet: Schäden sollen in den Hintergrund gerückt werden und das Kunstwerk als solches aufgefrischt werden. Es gehe aber nicht darum, etwas dazu zu malen oder zu erfinden.

Komplexe Projekte und historische Schätze

Zu den herausragenden Projekten von Urbank und Döll zählt die Restaurierung von Teilen der mobilen Ausstattung in der Löwenburg, eines UNESCO-Welterbes. Das Projekt war besonders anspruchsvoll, da es sich um die Restaurierung von Möbelstücken und gefassten Objekten aus dem frühen 19. Jahrhundert handelte. Ein Team aus 14 Restauratoren verschiedener Fachrichtungen wurde zusammengestellt, um die Arbeiten zu koordinieren und auszuführen. Dabei wurden unter anderem Holzarten untersucht, die unter Lackschichten verborgen waren. Eine der größten Herausforderungen war es, ein Konvolut von glänzenden Stühlen, die zuvor in schlechtem Zustand waren, zu restaurieren. Diese Arbeiten erforderten sowohl mechanische als auch chemische Techniken, um die Möbel wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Parallel haben die beiden noch an anderen Projekten gearbeitet, z.B. ein großformatiges Gemälde in einem Jagdschloss restauriert.


Herausforderungen und Respekt für das Erbe

Jedes Restaurierungsprojekt ist einzigartig und verlangt ein hohes Maß an Kreativität und Problemlösungsfähigkeit. Besonders spannend ist es für Markus Döll, Lösungen zu finden, die den originalen Zustand erhalten, aber dennoch ästhetisch ansprechend sind. Für beide Restauratoren ist es eine ehrfürchtige Aufgabe, Kunstwerke wieder zum Leben zu erwecken. Etwa durch die Restaurierung von Gemälden, die im Laufe der Jahrhunderte übermalt wurden oder durch die Sanierung besonderer Möbelstücke. Für Eva Urbank und Markus Döll ist jede Restaurierung eine neue Reise in die Vergangenheit. Ein weiterer wichtiger Aspekt ihrer Arbeit ist neben der aktiven Restaurierung auch die Beratung. Denn wenn Werke gut und richtig gelagert werden, kann einer teuren und aufwändigen Restaurierung in weiter Zukunft vorgebeugt werden. So beraten die beiden Sammler und Museen dabei, wie sie Schäden vorbeugen können. Dabei unterscheidet sich jedes Werk – je nach Material, Größe und Beschaffenheit. Für Eva Urbank und Markus Döll ist es die Vielseitigkeit, die ihren Beruf zu ihrer Berufung gemacht hat. Die Leidenschaft für Kunst und Wissenschaft, aber auch der gewisse Kick, immer die passende Lösung zu finden.

Weitere Informationen unter:

www.doell-restaurierung.de/

Weitere Stories